9 Gründe auf ein entsagendes Mönchsdasein zu pfeifen

Mönch

Du hattest bestimmt schon mal die Schnauze voll.

Voll von dem ganzen Zeug das du ständig tun sollst.

Arbeit hier, Arbeit da. Der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. War heute nicht noch eine Abendveranstaltung auf die du dringend musst?

Spätabends daheim lässt du dich erschöpft aufs Bett fallen und willst nur noch schlafen.

So,
und jetzt?

Was ist mit der Meditation?

Du denkst: So fertig wie ich bin, macht das jetzt auch keinen Sinn mehr.

Und du ärgerst dich dass dein Leben so vollgestopft ist. Wo du doch so gerne meditieren würdest. An 14-Tagen Retreats teilnehmen.
Oder ins Himalaya reisen.

In diesen Geschichten von den großen Yogis geht es immer um außergewöhnliche Geschehnisse die irgendwo in einem fernen Land passieren.
Nicht zu vergessen die zahllosen Begegnungen mit geheimnisvollen Gurus und Heiligen.

Um die Ecke beim Aldi-Parkplatz passiert dir so etwas nie.

Wie schön wäre es doch wenn du alles aufgeben könntest. Dich einfach hinein ins Abenteuer stürzen. Weg von allen Verpflichtungen. Weg vom Konsumwahnsinn. Weg von all den Leuten die sich nur über Jobs und Autos unterhalten.
Du könntest einsame Klöster aufsuchen. Lange und ausgiebig meditieren. In die entlegensten Winkel der Erde reisen und die fantastischsten Erfahrungen machen.

Ein Leben als entsagender Mönch. Wie geil.

Wenn du so darüber nachdenkst, kommt dir das Gefühl das alles hier im Vergleich einfach nur scheiße ist.

Aber halt, drücken wir kurz die Stopp-Taste.

Du fühlst dich in deinem Job wohl. Liebst deine Familie. Hast Freunde und Hobbys die dich glücklich machen. Du hast alles wovon andere träumen.
Wenn du ehrlich bist, willst du gar nicht weg.
Und wenn du mal wieder Goodbye Deutschland schaust, wird dir klar, dass das mit dem Auswandern auch so eine Sache ist.

Genauer betrachtet hat deine Situation sogar sehr große Vorteile.

1. Du bist ein glaubwürdiges Vorbild

Da wäre zum einen das mit der Glaubwürdigkeit.

Wenn du 19, ohne Familie und reicher Erbe bist, ist das mit dem radikalen Schnitt einfach.

Aber so sieht es für die meisten nicht aus. Wir alle haben Jobs, Familien, ein soziales Umfeld und Hobbys die wir ungern aufgeben.

Sicher gibt es manche die trotzdem den radikalen Schritt tun.
Alles hinter sich lassen.

Klar, dadurch können sich Chancen ergeben. Sie fordern aber einen hohen Preis. Außerdem bewegst du dich in großer Unsicherheit.
Du weißt nicht ob dir das Leben des einsamen Mönchs zusagt.
Woher willst du wissen das deine spirituellen Übungen dann intensiver sind?

Auf mysteriöse Begegnungen mit erleuchteten Gurus ist leider auch kein Verlass.
Es besteht die Gefahr, dass du nach Jahren zurückkommst und bereust alles aufgegeben zu haben.

Wenn du durch deinen geistigen Weg ein Vorbild sein willst, dann ist es besser ein „gewöhnliches“ Leben zu führen. Menschen identifizieren sich nicht mit Ironman.
Sondern mit dem netten Nachbarn der zufällig im gleichen Unternehmen arbeitet.

Beispiel Jesus:
Er umgab sich mit Handwerkern, Fischern, Bauern, untreuen Ehefreuen…
Dem Pöbel sozusagen.

Damit gewann er die Sympathie des Volkes.

Wenn du andere inspirieren willst, sei in einer ähnlichen Lebenssituation.
Abenteuer kannst du auch aus einem sicheren Hafen starten.

2. Du bist finanziell unabhängig

Wer Geld verdient, hat welches.
Klar oder?

Im Umkehrschluss gilt das gleiche.
Wenn du dich für ein Mönchsdasein entscheidest, stellen sich dir einige grundlegende Fragen:

Wo wohnst du?
Wo kommt dein Essen her?
Wer finanziert die ganzen Kleinigkeiten die du ständig brauchst?

Du kannst dich Gleichgesinnten anschließen und in ein Kloster oder ähnlichen Gruppierung eintreten.
Dann sind deine Fragen zwar beantwortet, es wird aber auch Dinge geben die du dafür tun musst.

Im schlimmsten Fall musst du nach Dogmen und Vorstellungen anderer leben.

Genau das, wovon du dich doch befreien wolltest.

Keine gute Idee.

Verdienst du dein Geld hingegen selbst, bestimmst du wohin die Reise geht.

3. Du nimmst die Herausforderung an

Nicht nur du steckst in diesem Mechanismus.
Allen anderen geht es genauso.

Sie haben auch Jobs, Familien, Hobbies.
Genau wie du müssen sie jeden Tag alles unter einen Hut bringen.

Und ihr Glück darin finden.

Sie alle könnten einfach flüchten, aufgeben und jede Verantwortung von sich weisen.

Das kann kaum der richtige Weg sein.

Entwicklung kann es nur geben, wenn Probleme gelöst werden.
Wenn Herausforderungen gemeistert werden.
Der Angst ins Gesicht geblickt wird.

Dadurch entwickeln wir uns weiter und lassen alte Fesseln hinter uns.

Wehre dich gegen den Fluchtreflex und wähle die Konfrontation.

Dann wächst du eines Tages über deine Beschränkungen hinaus.

4. Du hast unzählige Möglichkeiten zu dienen

Denke an ein einsames Kloster.
Eine kleine, kahle Zelle.
Einige schweigende Mönche.

Jeder Tag gleicht dem vorherigen.
Endlose Monotonie.

Dagegen sieht dein aktuelles Leben ganz anders aus:

Dein aufregender Job bei dem du ständig um die Ecke denken musst.

Deine Familie bei der du dich so wohl fühlst wie nirgends sonst.

Dein Lieblingssport der dich jedes Training aufs neue überrascht.

Jeden Tag bieten sich in deinem Alltag unendliche Möglichkeiten dich zu entfalten.
Deinen Teil am Gemeinschaftsleben beizutragen.

Anderen zu dienen.

Damit hast du unzählige Gelegenheiten aus deinem Alltag gelebte Meditation zu machen.

5. Du kannst Sex haben

Klare Sache.
Als Mönch geht das nicht.
Oder du hältst dich nicht dran.
Dann wasch dir danach aber bitte die Hände.

Scherz beiseite.
Willst du wirklich allein und einsam leben?
Wohl kaum.

Ein Leben ohne Partner und gegenseitige Liebe wäre ziemlich öde.

Außerdem bietet eine Partnerschaft großes Potential zur Entwicklung deiner Persönlichkeit.

Nirgendwo wird dir der Spiegel deutlicher vorgehalten.
Anderen kannst du vielleicht etwas vorspielen.
Deinem Partner/in aber nicht.

Dem einsamen Wolf fehlt dieser Vorteil.
Um sein Verhalten zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln braucht er viel länger.

6. Du bist immer wachsam

Wie ein Bauer der ständig das Wetter beobachtet, musst auch du ständig wachsam sein.

Du musst im Berufsleben am Ball der Zeit sein und dafür sorgen dass du deine Aufgaben gewissenhaft erledigst.
Du musst Termine und Details im Blick haben um nichts zu übersehen.

Du kümmerst dich um deine Familie. So gut du es kannst sorgst du dafür, dass es allen gut geht. Nimmst dir Zeit für ihre Sorgen und Nöte. Wenn sie glücklich sind, bist du es auch.

Dein Alltagsleben fordert dich ständig. Wenn du nachlässt dann wird das Feedback unmittelbar und deutlich ausfallen.

Das Risiko sich zu sehr zu entspannen und den „Grit“ zu verlieren, ist da gering.

7. Der Alltag hält dein Getriebe auf Zack

Hier ein Anruf-
Dort eine Terminabsage-
Ein plötzliches Problem dass du lösen musst.

Der tyische Alltag ist oft herausfordernd.
Herausforderung wird dann gerne zur Über-Forderung.

Er sorgt jedoch auch dafür, dass du ständig auf Zack sein musst.
Dich nicht einfach treiben lassen kannst.

Ständig musst du Probleme und komplexe Situationen lösen. Dich Aufgaben verschiedenster Art stellen.

Ob ein Familienmitglied zu trösten oder ein schwieriges Verhandlungsgespräch zu führen ist.

Du musst dich der vollen Bandbreite deiner Empathie, Ausdauer und Fähigkeiten bedienen.

Das sorgt dafür, dass dein Verstand immer wach und aufmerksam ist. Wie eine gut geölte Maschine. Denk das nächste Mal dran, wenn du dich über den vielen Stress ärgerst.
Hoher Druck (und viele Jahrmillionen) machen aus einem Stück Dreck schließlich einen Diamanten.

Es soll schon Mönche gegeben haben, die im angenehmen Klosterleben vor sich hin dümpelten.
Denen es egal war, dass sie spirituell auf der Stelle traten.

Fest in der „harten“ Realität verwurzelt, kann dir das nicht passieren.

8. Du gehst Verantwortungsvoll mit deiner Zeit um

Ein stressiger Alltag, vollgestopft mit tausend Aufgaben, fordert klare Prioritäten.

Um nicht unterzugehen musst du Prioritäten setzen. Dir ganz genau überlegen was dir wichtig ist.
Für welche Tätigkeiten du Zeit aufwendest.

Wenn du ein Leben voller Verpflichtungen hast, wirst du eher dazu neigen, keine Zeit zu verschwenden.

Es gilt der Grundsatz:

„Je weniger du hast, desto sorgfältiger gehst du damit um.“

Wenn du den ganzen Tag zur Verfügung hast, ist die Chance groß dich zu verzetteln.
Das passiert dir nicht so leicht wenn du nach Feierabend nur noch zwei Stunden Zeit hast.

Im Gegenteil.
Du wirst eher dazu neigen die wenige freie Zeit intensiver zu nutzen.

9. Du hast zahlreiche Feedback-Geber

Spiritueller Fortschritt ist schwierig zu messen.

Auf dem richtigen Weg bist du, wenn du immer mehr Friede, Gelassenheit und Sicherheit auch in herausfordernden Situationen fühlst.

Das innere Empfinden projiziert jeder Mensch automatisch auch nach außen.
D.h. wenn du mehr Friede empfindest, dann ist das auch in deinen Handlungen und deinem Alltag erkennbar.

Du hetzt nicht mehr sorgenvoll vom einen zum andern.
Sondern handelst gelassen nach Plan und Prioritäten.

Du wirst eigene egoistische Verhaltensweisen eher erkennen und auflösen können.

Stelle dir dein Umfeld wie einen großen Spiegel vor, der dich ständig umgibt.
Er reflektiert zu jeder Zeit deinen Bewusstseinszustand.

All die Aufgaben, Herausforderungen, und Menschen um dich herum sind perfekte Feedback-Geber.

Sie zeigen dir täglich die unverblümte Wahrheit über dich.

Fazit:

Klar, hier und da habe ich etwas übertrieben.
Grundsätzlich empfehle ich jedem Retreats oder ähnliche Aufenthalte.

Eine gewisse Zeit in Ruhe und Abgeschiedenheit zu verbringen hat einfach seine Vorteile.
Und entspannt ungemein.

Mein Ziel habe ich erreicht wenn ich in dir den Samen säen konnte, das dein Alltag enorme Chancen birgt.

Das er nichts ist, das bekämpft werden muss.
Das er kein Hindernis, sondern eine Hilfe auf deinem spirituellen Weg sein kann.

Selbst wenn du der gestressteste Manager bist, jeden Tag finden sich zwanzig Minuten die du für intensive Meditation nutzen kannst.

Und wenn du dich doch für ein Leben als einsamer Mönch entscheidest, dann sei nicht überrascht.

Wenn du die Augen zur Meditation schließt, ist alles wie vorher.
Deine Schwächen und Ängste werden nicht wie von Zauberhand verschwinden.
Nach wie vor wirst du dich ihnen stellen und sie überwinden müssen.

Du musst keine spektakulären, legendären Dinge tun.

Tue einfach das beste was du jeden Tag tun kannst.
In der Situation in der du gerade bist.

Der Fokus spiritueller Übungen liegt auf innerer Veränderung.

Und diese hat nichts mit äußerer Veränderung zu tun.

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